Hausquartett: Christoph Baumann, Isa Wiss, Hämi Hämmerli, Tony Renold

HAUSQUARTETT - A WORK IN PROGRESS

Christoph Baumann pno - Isa Wiss voice - Tony Renold drs - Hämi Hämmerli b

Die neue CD mit Isa Wiss ist unterwegs... Hier schon mal ein akustischer Teaser:

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Konzerte Saison 2010/11

Änderungen vorbehalten

30.09.2010 Unvermeid-Bar, Baden HAUSQUARTETT im Trio
07.10.2010 Unvermeid-Bar, Baden HAUSQUARTETT im Trio
28.10.2010 Kulturlabor Thalwil HAUSQUARTETT feat. Isa Wiss voice: spielt 'Alice Im Wunderland' für Erwachsene
04.11.2010 Unvermeid-Bar, Baden HAUSQUARTETT im Trio
11.11.2010 Unvermeid-Bar, Baden HAUSQUARTETT im Trio
18.11.2010 Kulturlabor Thalwil HAUSQUARTETT feat. Isa Wiss voice: spielt 'Alice Im Wunderland' für Erwachsene
20.11.2010 Stanzerei, Baden HAUSQUARTETT feat. Isa Wiss voice
30.11.2010 Hotel Schützen, Rheinfelden HAUSQUARTETT feat. Isa Wiss voice
16.12.2010 Unvermeid-Bar, Baden HAUSQUARTETT im Trio
23.12.2010 Kulturlabor Thalwil HAUSQUARTETT feat. Isa Wiss voice: spielt 'Alice Im Wunderland' für Erwachsene
20.01.2011 Unvermeid-Bar, Baden HAUSQUARTETT im Trio
27.01.2011 Kulturlabor Thalwil HAUSQUARTETT feat. Isa Wiss voice: spielt 'Alice Im Wunderland' für Erwachsene
03.02.2011 Unvermeid-Bar, Baden HAUSQUARTETT im Trio
10.02.2011 Unvermeid-Bar, Baden HAUSQUARTETT im Trio
17.02.2011 Unvermeid-Bar, Baden HAUSQUARTETT im Trio
24.02.2011 Unvermeid-Bar, Baden HAUSQUARTETT im Trio
10.03.2011 Unvermeid-Bar, Baden HAUSQUARTETT im Trio, feat. ADRIAN FREY p
21.04.2011 Unvermeid-Bar, Baden HAUSQUARTETT im Trio
05.05.2011 Unvermeid-Bar, Baden HAUSQUARTETT im Trio
12.05.2011 Unvermeid-Bar, Baden HAUSQUARTETT im Trio

HAUSQUARTETT
TWELVE ASPECTS OF THE POST-MODAL TRAUMA
(2003)
BRAMBUS RECORDS 200597-2

CD-Besprechungen:
Stéphane Ollivier, 4 Sterne im Jazzman (F)! (pdf)
Peter Rüedi, Weltwoche (pdf)
Pirmin Bossart, Neue Luzerner Zeitung (pdf)
Tom Gsteiger, Der Bund (pdf)
Jürg Solothurnmann, Radiomagazin (jpg)
Schweizer Illustrierte (pdf)

Was?

Vom Winter 2001 bis Sommer 2004 genossen wir das Gastrecht in Palinos wunderbarem Theater am Brennpunkt in Baden um an einer (für uns) neuen Musizierform zu arbeiten. Unter dem Titel “Im schlimmsten Falle passiert etwas“ spielten wir im Quartett (Christoph Merki, Christoph Baumann, Hämi Hämmerli und Toni Renold) jeden Donnerstagabend. Im Wesentlichen ging es darum, eine Musiksprache zu entwickeln, welche einerseits vom freien Spiel ausgeht und andererseits auf einem Materialpool von ausgewählten Standards besteht. Dazu wollten wir die üblichen Clichées des freien Spiels, sowie die schal gewordene, im Mainstream üblichen Abfolge von Thema-Solo-Thema vermeiden. Dies war die Ausgangslage für einen Prozess, der bis heute andauert

Die damalige Arbeit ist auf der CD 'Twelve Aspects Oof the Post-Modal Trauma' (2003) dokumentiert.

Nach der Schliessung des Theaters am Brennpunkt im Sommer 2004 gewährten verschiedene Orte Gastrecht: 'Bernerhaus' 2005-2007, Galerie 'Anixis'. Seit 2009 spielen wir regelmässigbei Palino in der 'Unvermeidbar' in Baden.

Seit fünf Jahren arbeitet das Hausquartett regelmässig mit der Sängerin, Vokalartistin und Texterin Isa Wiss. Die Musik des Hausquartetts entwickelte sich zunehmend zu einem offenen freien Spiel in welchem alle Gestaltungselemente (Text, Wortakrobatik, Grooves, abstrakte Klangbilder, Stücke etc) ihren gleichberechtigten Stellenwert haben. Diese neue Form, wirklich freier Musik (ohne ideologische und stilistische Tabus) nimmt die ZuhörerInnen mit auf spannende Klangreisen, in welchen Themen, Stimmungen, Teile von Stücken als Inseln innerhalb von grösseren dramaturgischen Bögen auftauchen. .

Zu Viert, manchmal mit Gästen wie Carles Peris, Joke Lanz spielt das Hausquartett auch Gigs an anderen Orten in der Schweiz und an Festivals in Europa.

Kontakt und Booking:

Isa Wiss, Christoph Baumann, Hämi Hämmerli, Tony Renold

Presse:

Ein Molch, der rückenschwimmt?

Ein rückenschwimmender Molch ist etwas ganz Besonderes. Wenn es ihn denn überhaupt gibt. So gesehen war auch das Konzert der Formation Baumann – Hämmerli – Renold mit der Sängerin Isa Wiss am Freitagabend im Hotel «Schweizerhof» in Flims etwas ganz Besonderes. Im Rahmen von Flims Klang 06 erhielt der Aargauer Pianist Christoph Baumann eine Carte Blanche. Diese verdiente Ehre nutzte der Musiker auf die nur denkbar beste Art und Weise: Er verliess sich auf sein Hausquartett mit der überzeugenden Sängerin Isa Wiss. Das glänzend eingespielte Trio mit Christoph Baumann an einem Steinway-Flügel, dem Bassisten Hämi Hämmerli, ein Urgestein der vielschichtigen Berner Szene und dem subtilen, sensiblen Schlagwerker Tony Renold bildeten den idealen Rückhalt für die stimmliche Exkursionen von Isa Wiss.

Spricht man vom Trio Baumann – Hämmerli – Renold, bedeutet das: professionell, ohne dabei professionell zu wirken. Eingespielt und doch jederzeit bereit auszuscheren, der Ballade und dem skizzierten Standard eine freie Improvisation einzuverleiben. Auf jeden kleinsten Ansatz wird reagiert. Seien es die permanenten Impulse von Baumanns Flügel, das virtuosrhythmische Bassspiel von Hämmerli oder das dezente und sensible Schlagwerk von Tony Renold. Jazz und doch nicht Jazz und letztlich halt doch wieder Jazz! Jazz aus der unermesslichen Palette geschöpft, ohne Wurzeln zu verachten, Ränder und Nischen nachhaltig einbeziehend. Eine Kunst, die erarbeitet sein will, ein wahrer work in progress.

Das Sahnehäubchen obendrauf die Sängerin Isa Wiss. Mit Texten, improvisiert und variantenreich präsentiert, mit Stimme und Lauten bildete sie das Leadinstrument. Wiss erzählte Geschichten von der zoologischen Vorlesung (nun ist klar, dass es den rückenschwimmenden Molch nicht geben sollte) bis zu Ton- und Klangmalereien in dadareiner Manier. Längst ist Tatsache, dass Baumann – Hämmerli – Renold zu den wohl herausragendsten Trios in der Schweizer Jazzszene gehören und damit als Muss in dieses hochkarätige Klangfestival von Flims gehört. Die Konzertbesucher vom Freitagabend haben ein Stück Schweizer Jazzgeschichte von morgen erlebt.

Domenic Buchli, © Bündner Tagblatt; 31. Juli 2006

Eine Hausmusik der anderen Art

JAZZ Im «Theater am Brennpunkt» gastierte das «Hausquartett» letztmals dieses Jahr

Seit dem Winter vorigen Jahres hat das Theater am Brennpunkt ein «Hausquartett». Kein gewöhnliches Quartett, vielmehr vier Jazzmusiker von nationalem Format, die mit ihrem «Selbst-findungs-Projekt» auch den Zugang zum Publikum gefunden haben.
PETER BRUNNER

Zartes Glöckchengebimmel als liebliches Intro, doch nein, nicht der Weihnachtsmann erscheint in der Folge, sondern das Altsax greift den Faden auf, den vorgängig das Schlagzeug fein gesponnen hat, vom Piano her werden sparsame Akzente gesetzt und ein diskreter Bass tut das seine und hält alles ruhig und sicher zusammen. Es ist wieder Donnerstagabend im «Brennpunkt», und Eingeweihte wissen, das «Hausquartett» macht wieder einen Ausflug in die endlose Landschaft freier Musikform(en). Das «Hausquartett»: Das sind die Herren Christoph Baumann (Piano), Christoph Merki (Altsaxofon), Hämi Hämmerli (Bass) sowie Tony Renold am Schlagzeug. Vier Namen von renommiertem Klang, beileibe nicht nur Schweizweit.

Eine regelmässige Plattform
Seit Winter 2001 haben sie hier eine interessante und regelmässige Plattform, auf der Basis von eigentlichen Klassikern des Jazzangebots ausgehend, freie(re)n Ideen sich künstlerisch hinzugeben, ausgelatschte Trampelpfade zu verlassen, sich gerade dem gängigen (und bequemen) Thema-Solo-Thema-Spiel zu verweigern.

Dabei wird anlässlich kurzer Proben das zu verwendende Material bestimmt, ein laut Baumann 15 Titel umfassender Grundstock. Freie Improvisation mit Materialpool also.

«Erstaunlich lebendig»
Ausgehend von dieser Tatsache ergeben sich für die Musiker jeweils höchst reizvolle Situationen, wenn einerseits das eigentliche Thema «traditionell» angegangen wird, zum andern gleichzeitig «queres» Vorgehen eben erst die Symbiose möglich macht. «Jedes Stück kann jeweils anders daherkommen», meint Baumann zur erwähnten Vorgehensweise, und Merki ergänzt, dass man bei diesen Klangkonstellationen aber schon wisse, «wo es hinführt». Es sei jedenfalls «erstaunlich lebendig» findet der Saxofonist, «jeder von uns bringt seine Stärken und Schwächen ein».

Instrument Weihnachtsbaum
Der Funken der Spielfreude ist auch bei diesem Auftritt allgegenwärtig. Hämi Hämmerli schätzt es, dass «alles möglich» sei, wie er ohnehin die ganze Idee dieser Langzeit-Angelegenheit für eine «ideale Situation» hält. Das findet auch der subtile Schlagzeuger Tony Renold («es ist spannend, so zu musizieren und über einen längeren Zeitraum etwas zu entwickeln»), einer, der sein Instrument äusserst melodisch einzusetzen versteht, sich mit leisem Agieren von sattsam bekannten «Bombenlegern» ärgerlicher Provenienz wunderbar wohltuend abhebt. Renold dürfte zudem auch zu den seltenen seiner Zunft gehören, die einen Weihnachtsbaum in ihrem Instrumentarium mitführen. Nun ist Pause bis Mitte Januar. Und verschiedentlich werden auch im nächsten Jahr wieder «Gäste» mittun, von Baumann & Co. «ganz gezielt» ausgesucht, die sich während ein paar Abenden jeweils gewissermassen einklinken. So ist für spannende Fortsetzungen dieses höchst interessanten «Selbstfindungs-Projekts» weiter gesorgt. Ach ja, noch etwas: Das «Hausquartett» ist, wie Bassist Hämmerli lachend vermerkt, «die einzige Band, wo der Veranstalter zu den Musikern komme!» Also, nichts wie hin im '03!

© Aargauer Zeitung / MLZ; 2002-12-23
Baden